Igelstation Russikon

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ZOL vom 8. Juni 1998

Aktuelles

Zürcher Oberländer, Text vom 8. Juni 1998

Kinderheim und ein Spital zugleich

Die neue Igelstation in Fehraltorf stellte sich mit einem Tag der offenen Tür vor
Mei. Igel sind Nützlinge, vertilgen sie doch Schnecken und Insekten in unseren Gärten. Immer wieder fallen die kleinen, stacheligen Tiere aber Unfällen, Krankheiten und dem Unverstand der Menschen zum Opfer. Im Dezember 1997 hat Edith Huber in Fehraltorf eine neue Igelstation eröffnet – am Samstag nun konnte die Bevölkerung die Hilfseinrichtung im Rahmen eines Tages der offenen Tür besichtigen.

«Eine Igelstation ist Kinderheim, Ambulanz und Krankenhaus zugleich», versicherte Edith Huber am Tag der offenen Tür in ihrer neuen Einrichtung beim Sonderschulheim Ilgenhalde. Dass die Fehraltorferin zusammen mit Brigitte Berger ihre eigene Igelstation eröffnet hat, ist für die nützlichen Stacheltiere ein Glücksfall: Vreni Gubler, die bisher in Volketswil ein «Igelheimetli» führte, musste nämlich diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen kürzlich aufgeben.

Vorgängerin hatte in 14 Jahren 4000 Igel betreut
«Vreni Gubler ist, was Igel anbelangt, mit allen Wassern gewaschen und würde dafür den Ehrendoktor verdienen», betonte Edith Huber. Während 14 Jahren habe die Volketswilerin wohl an die 4000 Igel betreut, verwaisten Jungtieren ein Heim geboten, die Tiere verarztet, gehütet, um sie getrauert, wenn das Unvermeidliche nötig war, und sich als liebevolle «Stiefmutter» an den Igeln und ihren Kindern gefreut. Huber: «Diese selbstlose Tätigkeit kann nicht genug anerkannt und verdankt werden; es ist selten, dass jemand sich anderthalb Jahrzehnte lang ehrenamtlich um kranke und verwaiste Tiere kümmert.»

Allerlei Unfälle und Krankheiten
Wie Vreni Gubler erzählte, hat sie nicht selten gemeinsam mit ihrem Mann gebrochene Igelbeinchen geschient und verbunden und die Tiere danach im Sommer wieder freigelassen. Immer wieder würden Igel Unfällen zum Opfer fallen, von Autos, Mähmaschinen oder Rasentrimmern angefahren, bei Stürzen verletzt oder von den Igel-Erzfeinden Fuchs, Marder und wildernden Hunden gebissen. Dazu kämen Vergiftungen durch Pestizide (auch Schneckenkörner) und Lungenerkrankungen wegen Parasitenbefalls sowie Krebs.

Rat und Tat von bisheriger «Igelmutter»
Edith Huber wurde auf das Vorhaben Vreni Gublers, die Igelstation aufzugeben, via Fernsehen aufmerksam und meldete sich bei ihr am Telefon. «Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass sie eine eigene Igelstation eröffnen wollte.» Gerne habe sie sich bereit erklärt, der neuen, initiativen «Igelmutter» aus Fehraltorf mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Allerdings: Miete, Futter und medizinische Versorgung kosten Geld, das Edith Huber aus eigener Tasche bezahlt. Sie ist daher auf Spenden angewiesen (siehe Kästchen "Wer hilft, und wie man helfen kann"). Edith Huber ging alsbald bei Vreni Gubler in die «Igellehre» und durfte von der langjährigen Erfahrung der aufgebenden Tiermutter profitieren. Auch am Tag der offenen Tür half Gubler mit.

Das Heim unterstützt die Tierschützerin
Zurzeit lebt ein Igelfräulein bei Edith Huber in der «Abteilung Klinik». Es hatte an einer schweren Lungenentzündung gelitten und wird noch mit Antibiotika behandelt. Da das Tier sich aber auf dem Wege der Besserung befand, durfte es sich zum Fototermin für den Bericht in dieser Zeitung auf die Hand seiner Pflegerin setzen. In der Igelstation ist Platz für bis zu 24 Pensionäre respektive Patienten.
Im übrigen sei sie in der "Ilgenhalde" freundlich aufgenommen und unterstützt worden, erzählt Huber. Als beispielsweise im Winter die Heizung ausgefallen sei, hätten die Abwarte "ganz selbstverständlich eine Heizquelle in die Igelstation gestellt.

Die Fehraltorfer "Igelmutter" Edith Huber mit einem ihrer kleinen, stacheligen Patienten.



                                                  



Hinweis der Igelstation Russikon:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Igelstation Russikon
Brigitte Berger, Käthi Graf
Tel: 044 954 30 12


 
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