Igelstation Russikon

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ZOL vom 17. Juni 1999

Aktuelles


Zürcher Oberländer / Anzeiger von Uster, Text vom 17. Juni 1999


Kleiner und beliebter Stacheliger in Gefahr

AvU. Seit mehr als 50 Millionen Jahren bewegt sich der stachelige Kerl unbeirrt mit dem gleichen, bewährten Überlebenskonzept auf unserem Planeten Erde. Riesige Klimaveränderungen, Krankheiten und etliche Feinde konnten ihm nichts anhaben. Während sich andere Artgenossen der unmittelbaren Gefahr stellen und kämpfen oder ihr Heil in der Flucht suchen, verfolgt der Igel eine andere Taktik: Einigeln und Abwarten.
Nun zeigen aber vornehmlich in den Monaten Mai bis Oktober plattgefahrene Igel, dass sie dem Evolutionsneuling Mensch schutzlos ausgeliefert sind. Dabei geniesst der kleine Stachelige gesetzlichen Schutz und erfreut sich heute grosser Beliebtheit. Mit seinen glänzenden Knopfaugen, dem zierlichen Schnuppernäschen und der kugeligen Körperform hat er mache Herzen erobert. Trotz dieser Sympathien bei uns Menschen, ist der Igel mehr denn je tödlichen Gefahren ausgesetzt. Als Insektenfresser verspeist er Unmengen von Kleinlebewesen, vornehmlich Schecken und Würmer. Insektizide und Schneckengifte reichern sich im Magen der Igel an und führen zu einem langsamen und qualvollen Tod. Es bedarf noch vieler Informationsarbeit und bewusstem, verantwortungsvollem Handeln aller, damit wir uns auch weiterhin an den stacheligen Gesellen erfreuen können.

Über die Strasse helfen

Trifft man einen Igel nachts auf der Strasse an, dann soll er nur in der Laufrichtung auf die andere Seite in Sicherheit gebracht werden. Wenn möglich auch einige Meter weiter. Werden die reviertreuen Igel an einen wildfremden Ort verschleppt, läuft man Gefahr, eine Mutter von ihren Jungen zu trennen.

Keine Experimente mit jungen Igeln
Wenn die Mutter einige Zeit nicht mehr auftaucht – so zwischen 12 und 24 Stunden – gehen die jungen die Mutter suchen und kriechen aus dem Nest. Sie werden dann ungeschützt und unterkühlt auf dem Boden liegend gefunden und geben vogelähnliche Pfiffe von sich. Solche Säuglinge dürfen nach Hause genommen werden. Man soll sie sofort auf eine handwarme Wärmeflasche betten und die Igelstation benachrichtigen.
Für die weitere Aufzucht brauchen die Igelbabys Aufzuchtmilch vom Tierarzt; also bitte nicht selbst experimentieren.

Auswilderungsorte gesucht
Die Igelstation Fehraltorf sucht jedes Jahr eine Anzahl Überwinterungsplätze für die Igel. Im Frühjahr müssen diese an geeigneten Orten wieder ausgewildert werden. Auch während des Jahres besteht Bedarf, Igel auszuwildern, welche in der Station gesundgepflegt oder grossgezogen worden sind. Wer sich gerne aktiv für die Igel einsetzen möchte, einen wenn auch kleinen naturnahen Garten besitzt, kann sich mit der Igelstation Fehraltorf in Verbindung setzen.

 

Alles über Igel im Illuster
Die Igel sind schon längst wieder unterwegs – nun auch im Illuster. Die Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster (GNVU) führt in Zusammenarbeit mit der Igelstation Fehraltorf im Einkaufszentrum Illuster am Samstag, 19. Juni, von 8 bis 16 Uhr eine Informationsaktion über den Igel durch.
Der Igel, der scheue, charmant-verschmitzte Mitbewohner, soll möglichst vielen Menschen etwas aus seinem geheimnisumwitterten Leben erzählen.
Wie ihm grosse und kleine Freunde des bedrohten Urweltlers beistehen können, zeigen Brigitte Berger und Käthi Graf Betreuerinnen der Igelstation in Russikon.

Internet: www.igel.ch:
Station Tel. 044 954 30 12

 
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